Chronik

Vorstellung der Steinauer Feuerwehr

Die Steinauer Feuerwehr wurde am 31.03.1922 gegründet. Der erste Feuerwehrhauptmann beziehungsweise Ortsbrandmeister war Friedrich Rust. Zwei Großbrände haben 1921 wohl hauptsächlich dazu beigetragen, dass in der Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Seit 1856 gab es in Steinau eine Pflichtfeuerwehr mit vier Zügen, die auch weiterhin den Bestand hatte.  Rust führte die Wehr bis zum 01. Mai 1927. Zweite Ortsbrandmeister war Otto Weihe, der das Amt bis zum 04. Juni 1936 ausübte. Otto Weihe war der erste Feuerwehrmann aus Steinau, der eine feuerwehrtechnische Ausbildung an der Feuerwehrschule in Celle bekam. Wenn man die Protokolle nachliest, muss Weihe die Wehr straff und erfolgreich geführt haben. In seiner Amtszeit gab es viele Brände und man wurde den Verdacht nicht los, dass Brandstiftung ein beliebtes Abbruchverfahren gewesen ist.

Im Jahr 1930 wurden die Pflichtfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehren unterstellt. Am 30. Dezember 1931 brannte um 15.30 Uhr in Odisheim das Wohnhaus der Familie Karsten. Unter dem geretteten Mobiliar befand sich auch ein Grammophon, was bei der Brandwache zur Unterhaltung der Feuerwehrleute aus Steinau und Odisheim diente, jedoch bei den Geschädigten und bei den Nachbarn heftige Kritik auslöste. Es soll das Lied  „So ein Tag so wunderschön wie heute“ gespielt und gesungen worden sein. 1936 kam die Anordnung, alle vier noch vorhandenen Bügelspritzen zu überholen und in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. Das gleich wiederholte sich 1938. Inwieweit die Geräte während des Krieges eingesetzt wurden, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass eine Spritze nach 1945 zum Schwarzbrennen von Schnaps umgebaut wurde.
 
In einem Protokoll wird die Wahl von Werner Peters zum Brandmeister dokumentiert. Er nahm die Wahl auch an, aber es ließ sich nicht ermitteln, wie lange er Brandmeister war. Schon auf der nächsten Generalversammlung am 08.November 1936 fungierte nämlich Gastwirt Hermann Wilkens als Brandmeister und er blieb es auch bis zum Ende des Krieges.

1941 wurde eine Motorspritze angeschafft. Dieses hängt wohl mit den Luftangriffen während des Krieges zusammen, wo mehrere Gebäude in Brand geraten sind. Von 1941 bis 1949 sind kaum Protokolle erstellt worden. Wann Hermann Wilkens genau seine Funktion beendet hat, ist nicht festzustellen. 1947 kamen die Feuerwehrleute zusammen, um einen neuen Brandmeister zu wählen. Die Kameraden wurden sich nach längerer Diskussion einig, dass Hans Frank diesen Posten übernehmen könne. Allerdings hatte die ganze Sache einen Haken. Hans Frank war weder auf der Versammlung noch war er in der Feuerwehr. Er hatte schlichtweg keine Ahnung von der Wehr. Nach seiner Wahl ging eine Abordnung zu ihm nach Hause, trommelten ihn um circa ein Uhr Nachts aus dem Bett und sagten, du bist unser neuer Feuerwehrhauptmann. Er willigte ein und führte die Wehr fünf Jahre lang hundertprozentig. Bestimmt gibt es keine Gemeinde, die auf solch eine Art und Weise einen Ortsbrandmeister bekommen hat.

Nach dem Krieg wurde 1948 ein Sanitätswagen der Wehrmacht zum offenen Mannschaftswagen in Eigenleistung umgebaut. Dieses Fahrzeug hatte drei Achsen und kam überall durch, brauchte jedoch 30 Liter Benzin. Problem: Das im Jahre 1906 gebaute Feuerwehrgerätehaus war für dieses Fahrzeug zu klein und so wurde in Eigenleistung ein zweites Gerätehaus für den Mannschaftswagen gebaut. Für das Kreisfeuerwehrfest, das am 17 und 18 Mai 1952 in Steinau ausgetragen wurde, kam es schon im Februar zu einer Auseinandersetzung. So steht beispielsweise ein Nachtrag wie folgt im Protokollbuch: Nach dem von der Feuerwehr der Kamerad Koch zum Gastwirt Wilkens wegen Abhaltung des Kreisfeuerwehrfestes abgesandt war, um diese Angelegenheit zu regeln, hat sich Wilkens geäußert, dass die Mitglieder der Wehr keine Feuerwehrmänner, sondern „Snödderbüdels“ wären, beschließt die Versammlung, bei Wilkens das Feuerwehrfest nicht zu feiern, sondern ein Zelt zu beschaffen. Die weiteren Schritte in dieser Beziehung behält sich die Wehr vor. Der Feuerschutzausschuss soll zu dieser Angelegenheit gehört werden. Sechs Tage später heißt es im Protokollbuch, dass Wilkens die beleidigenden Äußerungen zurücknimmt.  

Am 10 November 1952 wurde Georg Karsten zum Ortsbrandmeister gewählt. In dieser Zeit begann man damit, eine konsequente Ausbildung, wie sie auch noch heute üblich ist, durchzuführen. Das erste reelle Feuerwehrfahrzeug wurde 1954 durch den Bürgermeister Oskar Bethge an die Wehr übergeben. Weiteres Problem: Das neue Fahrzeug passte nicht durch die Einfahrt des Gerätehauses. Der Durchgang wurde höher gesetzt. Das Fahrzeug war ein Opel Blitz und ist heute noch bei Oldtimertreffen zu bewundern. Besitzer ist Ernst Allers aus Dorum. Dieses Fahrzeug diente nicht nur der Brandbekämpfung, es wurde auch benutzt, um Steckrübenpflanzen aus Oppeln zu holen. TS raus und ab ging die Post. Ob der Ortsbrandmeister von der sogenannten Bewegungsfahrt wusste, ist nicht bekannt.

Von 1960 bis 1970 war Willi Reyelt Ortsbrandmeister. Sein Nachfolger war Helmut Wasgien. Durch die neue Ortsplanung 1972 standen die beiden alten Feuerwehrgerätehäuser im Weg und wurden abgerissen. Ein Neues Feuerwehrgerätehaus für zwei Fahrzeuge und Unterrichtsraum wurden 1972 für rund 100.000 DM gebaut. Nicht nur der Umbau, auch die Neuanschaffung 1973 für ein TSF-T der Marke VW wurde Helmut Wasgien übertragen. Durch die Schaffung der Samtgemeinde Sietland 1972 wurde auch eine Umorganisation in der Feuerwehr notwendig. Der erste Gemeindebrandmeister  war von 1974 bis 1989 Adolf Schriefer aus Wanna. Am 01 Juni 1979 wurde Ewald Tiedemann zum Ortsbrandmeister gewählt. 1980 wurde ein TSF, auch der Marke VW, mit Staffelbesatzung angeschafft. Horst Lunden wurde 1989, als Nachfolger von Adolf Schriefer, zum Gemeindebrandmeister gewählt und hat das Amt bis zu seinem 62. Geburtstag wahrgenommen.  Zum 75 Jährigen Jubiläum 1997 bekam die Wehr für das TSF-T ein TSF-W der Marke Mercedes. Dieses Fahrzeug wurde von Kameraden aus Chemnitz abgeholt. Beweisfoto der Polizei folgte. Nach 24 Jahren als Ortsbrandmeister stellte Ewald Tiedemann sich nicht wieder zur Wahl.

 

Seit dem 01. August 2003 ist Horst Wendt in Steinau Ortsbrandmeister. Am gleichen Tag trat auch der Stellvertreter Marco Lunden sein Amt an.


Um alle gesetzlichen Vorschriften erfüllen zu können, wurde  im Juni 2005 mit dem Anbau des Gerätehauses begonnen. In mehr als 2000 Stunden Eigenleistung wurde es im August 2007 fertig gestellt und die Einweihung fand am 09.09.2007 statt. Für das über 30 Jahre TSF wurde  nach einer fast dreijährigen Planung  am 04.06.2010 das neue GWL in Dienst gestellt. Einige Tage nach der Baubesprechung in Twist kam wieder ein Beweisfoto der Polizei.

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